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Fuchs-Freund

Gepostet von: am 10 April 2017 | Keine Kommentare

Dieses zauberhafte Buch sei allen empfohlen, die ein Tier als besten Freund haben, oder ersehnen…

Peter hat den Fuchs Pax als Welpen gefunden und aufgezogen. Sie sind unzertrennlich. Der Zwölfjährige muss Pax jedoch eines Tages aussetzen. Denn es ist Krieg und sein Vater muss an die Front. Peter soll mehrere Wochen bei seinem Großvater leben und auf eine andere Schule gehen – und das alles ohne seinen geliebten Fuchs.  Der Junge und das zahme Tier verstehen sich blind, daher bricht es Peter das Herz, Pax im Wald zurückzulassen.

Kaum beim Großvater eingetroffen, haut Peter ab. Denn für ihn war es ein Fehler, Pax allein zurück zu lassen. Er muss den Fuchs unbedingt finden. Kilometerweit weg hat Pax ebenfalls große Sehnsucht nach seinem Jungen und macht sich auf die Suche. Beide – Junge und Fuchs erleben unabhängig voneinander so manches Abenteuer und wachsen an dieser Erfahrung.

Es ist ein spannendes Buch und eine Parabel über Menschlichkeit und Nächstenliebe – nicht nur in Zeiten des Krieges.

Die einzigartigen Illustrationen des Künstlers Jon Klassen, die im Buch eingestreut sind, fangen auf wunderbare Weise die Atmosphäre der Geschichte ein.

Sara Pennypacker: Mein Freund Pax. Illustriert von Jon Klassen. Aus dem Amerikanischen von Birgitt Kollmann. Fischer Sauerländer Verlag 2017. 304 Seiten, 16,99 Euro. Ab 10 Jahren empfohlen

Kriegsparabel

Gepostet von: am 6 März 2014 | Keine Kommentare

„Ein russischer Bauernjunge wird in den 1940er Jahren in den Krieg gegen Finnland geschickt und landet schließlich als Kriegsgefangener auf einem Bauernhof in der finnischen Provinz Österbotten, wo er den Platz des getöteten Sohnes einnimmt.“ So die Beschreibung des Klappentextes des 1971 unter dem Titel „Krigshistoria“ erschienenen Romans. Das Buch erzählt aber weitaus mehr: die Kindheit von Leo mit der jüdischen Mutter und einem revolutionären Vater, die erste unerfüllte Liebe.  Aber vor allem beschreibt das schmale Buch die Absurdität des Krieges, das Überleben in einem Gefangenenlager und schließlich die Rettung Leo Nilheims. Leise, unaufgeregt und mit dokumentarischer Schärfe.

Der Autor Leo Agren starb 1984 in Stockholm. Sein letzter Roman, der nun erstmals unter dem Titel „Leo Nilheims Geschichte“ ins Deutsche übersetzt wurde, ist eine kleine Entdeckung.

Leo Agren: Leo Nilheims Geschichte. Aus dem Schwedischen von Erik Gloßmann. 159 Seiten. Osburg Verlag 2014. 17,99 Euro

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Inventur des Lebens

Gepostet von: am 3 März 2014 | Keine Kommentare

Die neunzigjährige Helena lebt von ihren Erinnerungen. Es ist wie eine letzte Inventur, die sie in der Obhut ihrer Pflegerin Rachida vornimmt. Ihre Kindheit hat sie in Flandern verbracht, in der sie nur handarbeiten und Konversation betreiben durfte. Dabei ist es die Liebe zur Sprache und den Wörtern, die sie entdeckt und damit nicht ernst genommen wird. Auch die Jahre des Ersten Weltkriegs kehren vor ihr geistiges Auge zurück. In ihren Reflexionen über Zeit, Erinnerung, soziale Klasse, Krieg und Liebe entsteht die exemplarische Geschichte eines Frauenlebens im 20. Jahrhundert. Erwin Mortiers hoch gelobter und vielfach ausgezeichneter Roman verwebt gekonnt große Geschichte mit einem kleinem Menschenleben. Besonders beeindruckt die Sprache und das Gespür des Autors für die Risse und Wunden in den Seelen seiner Figuren.

Erwin Mortier: Götterschlaf. Roman. 368 Seiten. DuMont 2014. 9,99 Euro.

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